Die schrägsten Biere der Welt


  1. Cave Creek Chili Beer: Im hellen Gerstensaft aus Arizona, USA, schwimmt eine Chili. Schön grün und appetitlich frisch. Nur ein optischer Gag? Nein. Schon die geöffnete Flasche riecht nach der scharfen Schote. Der erste Schluck des Biers (4,2 Volumenprozent Alkohol) erfrischt, dann breitet sich im Mundraum ein Wärmegefühl aus wie nach einem mittelscharfen Curry. Wow. Der Spruch „Ich hab‘ einen Brand“ gewinnt da eine völlig neue Bedeutung. Vielleicht ist dies das einzige Bier der Welt, nach dem man den Gaumen mit einem weiteren löschen möchte.
  2. Legendary Duff Beer: Wer die TV-Serie „Die Simpsons“ liebt,kennt das rote Dosenblech mit der Aufschrift „Duff“. Darin perlt der Gerstensaft, mit dem sich Vater Homer Simpson in seiner Stammkneipe „Moe’s“ das Leben schön trinkt: „Bier – der Ursprung und die Lösung aller Probleme!“ Jetzt ist aus der fiktiven Marke ein echtes Bier geworden. Seit 2009 feiert das „Legendary Duff Beer“ auf dem

    deutschen Markt überraschende Erfolge. Besonders auf Bierfestivals ist es beliebt. Dabei heißt „duff“ im Deutschen nichts anderes als „mies“. Für echte Simpsons-Fans ist das natürlich ein Qualitätssiegel. Die anderen können sich auf ein mildes Lagerbier einstellen. Ob mies oder nicht, das muss jeder selbst entscheiden. „Duff Beer“ hat jedenfalls 4,9 Volumenprozent Alkohol und wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

  3. McOrkney: Bier oder Whisky? Wer an der Theke oder vor der Hausbar zu Entscheidungsschwäche neigt, kann es einmal mit einem „McOrkney“ probieren. Auf dem Etikett klirren Eiswürfel im goldgelben Whisky-Glas – in der Flasche aber ist malziges Dunkelbier. Es schmeckt nach Karamell und erinnert im Abgang an rauchigen Whisky. Dieser Eindruck rührt von einem Malz her, das normalerweise für die Whiskyproduktion verwendet wird. Es wird in einem Torfofen geräuchert und anschließend mit drei weiteren Sorten gemälzten Getreides zu Maische verarbeitet und vergoren. Das Resultat: sechs Volumenprozent Alkohol und ein recht exotisches Rauchbier. Hergestellt wird „McOrkney“ nicht auf der gleichnamigen Inselgruppe nördlich von Schottland, sondern in Belgien – im Auftrag des Hamburger „Hauses der 131 Biere“.
  4. Pink Panther: Die Kölner. Die schrecken vor nichts zurück. Eine kleine Gasthausbrauerei, die „Braustelle“ im Stadtteil Ehrenfeld, hat einHibiskus-Bier erfunden. Auf dem Etikett prangt keine Blüte, sondern der namensgebende rosarote Panther: Vermutlich eine gute Entscheidung, ist doch die erste Assoziation mit Hibiskus eher die des sauren Jugendherbergstees als die einer üppigen Blüte. Dunkelrosa ist das Gebräu mit 5,8 Volumenprozent Alkohol, an Früchtetee erinnert es glücklicherweise nicht. Aber in den milden Biergeschmack mischt sich immerhin ein Hauch fruchtig-säuerlichen Aromas. Brauer Peter Esser mischt in seinen „Pink Panther“-Biersud getrocknete Hibiskus-Blüten in Apothekenqualität. Besonderer Clou und belgischen Brauern abgeschaut: Nach der ersten Gärung und einem Monat Reifung wird das Bier in Champagner-Flasche abgefüllt – und reift unter dem Kronkorken ein zweites Mal. Ein Getränk für Biertrinker, die es kultiviert und phantasievoll lieben.
  5. Flying Fox Lager: Was trinkt man im Himalaja? Tee wahrscheinlich. Schön stark und süß. Aber auch Bier. Die Brautradition haben englische Kolonialherren im 19. Jahrhundert ins Land gebracht, denen ihr heimisches Bier beim Transport nach Indien sauer geworden war. Die meisten Inder trinken aus religiösen Gründen nicht, doch unter jungen Leuten der Mittelschicht gewinnt Bier gerade an Beliebtheit. „Flying Fox Lager“ stammt aus einer indischen Brauerei nahe der nepalesischen Grenze. Es ist ein mildes, ganz leicht süßliches Lagerbier mit 5 Volumenprozent Alkohol. Nicht nur Gerstenmalz wird hier vergoren, sondern auch das asiatische Grundnahrungsmittel Reis. Eine besondere Vorliebe für Reisbier sagt man übrigens indischen Elefanten nach. Vor einigen Jahren kamen mehrere Dickhäuter nach ausgiebigem Konsum um – sie waren betrunken gegen einen Hochspannungsmast getorkelt.

 

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